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Der Eilbrief
Ruhig legte Herr Rössler die Füße auf den Tisch. Das durfte er sonst nicht. Aber heute durfte er es, denn vor einer Stunde war Elfriede, seine Frau, auf den Bahnhof gegangen, um zu ihrer, Mutter zu fahren.
Es war jetzt acht Uhr abends, und Herr Rössler war allein in der Wohnung. Das Abendessen hatte Elfriede noch zubereitet, es stand im Kühlschrank, aber Herr Rössler ließ es stehen. Er ging in die Küche, holte ein Messer aus der Schublade, und dann räuberte er. Das hatte er auch niemals gedurft. Hier ein Stückchen Käse, dort ein Stückchen Salami, ein Happen Butter (gleich vom Messer!), ein Stich ins Glas mit Konfitüre — ach, wie viele Jahre hatte er sich das schon gewünscht, und nie hatte er es gedurft — nicht einmal als Junge. Als er sichgesättigt fühlte, wanderte er zurück ins Wohnzimmer. Dabei fiel ihm ein, dass er ja noch gar nicht den Briefkasten geleert hatte. Sonst machte das immer Elfriede und legte ihm die Post neben das Abendbrot. Aber heute...
Er ging zum Briefkasten, doch der Schlüssel zum Briefkasten war nicht da. Zu dumm! Er schaute durch den Schlitz, holte die Taschenlampe zu Hilfe — natürlich war Post drin. Zu dumm! Hatte Elfriede vielleicht den Schlüssel mitgenommen? Wahrscheinlich!
Wenn es nun eilige Sachen waren? Sollte er den Kasten aufbrechen? Das kam nicht in Frage. Vor einem Vierteljahr haben sie den Kasten erst gekauft, den konnte er unmöglich jetzt schon ruinieren.
Der Abend freilich war ihm verdorben, das muss man schon sagen, und wie hatte er ihn sich ausgemalt! Missmutig saß er im Sessel, suchte unter den Zeitungen und fand nur eine gestrige. Natürlich, die heutige war ja auch im Kasten! Er sprang auf wie ein wütender Tiger, und schon hatte er das Stemmeisen in der Hand. Aber dann legte er es wieder weg. Nein, ein Mann muss sich beherrschen können. Wenn er jetzt noch telefoniert, kann sie morgen den Schlüssel wegschicken, und spätestens übermorgen kann er an den Inhalt des Briefkastens kommen. Er ging zum Telefon, rief die Post an und diktierte den Text eines Telegramms: „Bitte sende sofort Briefkastenschlüssel!"
Dann legte er sich schlafen, wachte zur gewöhnten Zeit auf und verpasste die Straßenbahn, weil er selbst Brötchen holen musste. Er verbrachte elften unangenehmen Tag im Geschäft. Die Gedanken über den geschlossenen Briefkasten störten ihn sehr. Den ganzen Tag dachte er mehrmals an seine Frau. Ob sie wohl das Telegramm bekommen hatte? Ob sie wohl den Schlüssel schon abgeschickt hatte? Nun, sie hatte ihn abgeschickt. Er konnte sich davon überzeugen, als er die Wohnungstür aufgeschlossen hatte und mit Hilfe einer Taschenlampe— Wie schon am vorigen Abend — durch den Schlitz des Briefkastens schaute. Auf einem Stapel gestriger Post lag ein Eilbrief: Herr Egon Rössler. Absender: Elfriede Rössler. Und seitlich quer geschrieben konnte er noch entziffern: Eilt sehr! Inhalt: Briefkastenschlüssel.
1
Frau Rössler ist ... gefahren.
2
..... hat immer Elfriede geleert
3
Herr Rössler durfte nicht ... auf den Tisch legen.
4
Zuerst wollte Herr Rössler den Kasten…..
5
Er schickte seiner Frau…
6
Herr Rössler verbrachte einen …. Tag im Geschäft, denn er ärgerte sich über den geschlossenen Briefkasten.
7
Frau Rössler ist …… gegangen.
8
Den ganzen Tag erinnerte er an ….
9
Herr Rössler durfte alles essen
10
Es war …. , und Herr Rössler blieb allein in der Wohnung
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